Geboren am 17. September 1908 in Odessa, gestorben während einer Konzertreise am 24. Oktober 1974 in Amsterdam, zählte der sowjetische Violinist jüdischer Abstammung zu den größten Interpreten ernster Musik überhaupt.
Neben dem Pianisten Svjatoslav Richter und dem Cellisten Mstislav Rostropovich zählte der Ausnahmemusiker nach dem II. Weltkrieg zu den im Westen durch zahlreiche Konzertreisen und vielfach ausgezeichnete Schallplatteneinspielungen bekanntesten klassischen, aus der ehemaligen Sowjetunion stammenden Interpreten. Seine zahlreichen Einspielungen stellen bis heute herausragende Beispiele für die Vereinigung brillanter Technik mit tiefschürfend dichter und sensibler Werkinterpretation dar.
Zu Beginn seiner Karriere spielte er die Stradivari Jussupow“ von 1736, ab 1947 auf der Stradivari „Havemann“ von 1719, ab 1955 die von ihm erworbene Stradivari „Berou“. 1959 erwarb er die „Conte de Fontana“, besser bekannt unter dem Namen „Peterlongo“ von 1702, die er 1966 gegen die Stradivari „Marsick“ von 1705 eintauschte, die ihn dann bis zu seinem Tod begleitete.
Zunächst begann seine internationale Karriere mit Auftritten in der Sowjetunion. Zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Musikwettbewerbe folgten, darunter 1937 der Gewinn des bedeutenden Eugène-Ysaÿe-Wettbewerbs in Brüssel.
Eine rege gemeinsame Konzerttätigkeit verband ihn mit dem Cellisten Svjatoslav Knuschewitzki sowie den Pianisten Lew Oborin und Paul Badura-Skoda.
Nach dem II. Weltkrieg wurden ihm – neben über 100 Konzerten pro Jahr – von den sowjetischen Behörden Auslandstourneen zwecks Konzertierens in den Westen ermöglicht. Ab 1934 unterrichtete er auch am Tschaikowsky-Konservatorium in Moskau, wo – neben seinem Sohn Igor – Oleg Kagan und Gidon Kremer zu seinen bedeutendsten, wichtigsten Schülern zählten.
Nicht nur als überragender Solist – er galt als Spezialist für die großen Violinkonzerte von Beethoven, Brahms, Tschaikowsky, Sibelius und Prokofieff und hat bedeutende Violinkonzerte von Chatschaturjan, Miaskowski und Schostakowitsch uraufgeführt – gefragt, widmete er sich auch stark ambitioniert der Kammermusik.
Zu seinem 50. Todestag am 24. Oktober 2024 sei an einen der allergrößten Geiger überhaupt, David Fjodorowitsch Oistrach, gedacht. Sein großartiger, unverwechselbarer, bereits legendärer, satter, voller Geigenton bei unangestrengter, natürlicher Virtuosität und überragender Musikalität wird unvergessen bleiben: Wie bei Rostropovich am Cello schwingt bei Oistrachs einfach nur bestechendem Geigenspiel jede Faser seines Körpers, seines Herzens, seiner Seele mit, sodass die HörerInnen den Eindruck haben, er sei bei jeglicher Wiedergabe eins mit seinem Instrument.